VoIP Signaturen

Digitales Signieren von VoIP-Kommunikation

Im Eigenforschungsprojekt VoIPS wurde eine weltweit einzigartige Methode entwickelt, mit der Voice-over-IP Telefonate digital signiert werden können. Die Signatur wird noch während des laufenden Gesprächs erzeugt ohne die VoIP Kommunikation zu beeinträchtigen. Die VoIPS-Technologie ist geeignet für Aufzeichnung und sicheren Nachweis von Telefonaten, Anruferauthentisierung sowie fernmündliche Vertragsabschlüsse.

Internet-Telefonie (VoIP) verbindet die herkömmliche Telefontechnik mit der Informationstechnologie. Diese Verschmelzung eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, neue Geschäftsformen und Funktionalitäten für die Sprachkommunikation zu entwickeln. So ergeben sich auch für Werkzeuge, Technologien und Methoden aus der IT-Sicherheit neue Anwendungsmöglichkeiten. Ein Beispiel ist die Speicherung von Sprachkommunikation zur Beweissicherung, wie sie etwa beim in den Bereichen Rundfunk, Telekommunikation, Telefonbanking oder bei der Aufzeichnung des Funkverkehrs in der Luftfahrt zum Einsatz kommt.

Für das Anwendungsfeld der digitalen Sprachaufzeichnung hat das Fraunhofer-Institut SIT die Software VoIPS entwickelt. Das C#-basierte Programm macht es möglich, VoIP-Telefonate rechtssicher zu archivieren und die juristische Beweiskraft der aufgezeichneten Kommunikation dauerhaft zu gewährleisten. Zudem können die Gesprächsteilnehmer mit der Software auch gezielte Willenserklärungen abgeben und damit rechtsverbindliche Verträge auf VoIPS-Basis abschließen. Hierdurch werden letztlich bindende telefonische Verträge zwischen zuvor unbekannten Gesprächspartnern ohne weitere Zeugen ermöglicht.

Das eingesetzte Verfahren basiert auf der Technik der digitalen Signatur. Bei der VoIP-Kommunikation werden die Sprachdaten als IP-Pakete zwischen den Gesprächsteilnehmern über IT-basierte Netzwerke übertragen. VoIPS teilt die Sprachkommunikation in Intervalle auf und signiert die innerhalb eines Intervalls übertragenen Datenpakete zusammen mit relevanten Metadaten. Um die Reihenfolge der Intervalle eindeutig und fälschungssicher zu kennzeichnen, werden die Daten jedes Intervalls mit einer kryptographischen Quersumme versehen (Hashwert), die als Metadaten zusammen mit dem folgenden Intervall signiert wird. Zugleich bündelt VoIPS dabei beide Kommunikationskanäle, also sowohl den Audio-Kanal von Sprecher A als auch den Kanal von Sprecher B (full duplex).

VoIP eignet sich für alle Situationen, in denen Unternehmen oder Behörden Sprachkommunikation fälschungssicher aufbewahren möchten, um spätere Rechtsunsicherheiten auszuschließen. Dies ist beim Telefonbanking ebenso der Fall wie beim Mitschneiden der OP-Konversation bei Operationen im Krankenhaus. In Kombination mit biometrischen Beweisverfahren der Stimmerkennung bietet VoIPS eine hohe Rechtssicherheit.

Ansprechpartner

Dr. Frank Gerd Weberstellvertretender Abteilungsleiter

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