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ALPhA

Auswirkungen der Liberalisierung des Internethandels in Europa auf den Phänomenbereich der Arzneimittelkriminalität

Die Öffnung des Versandhandels für Arzneimittel, auch verschreibungspflichtige, spart Verbrauchern einerseits Zeit und Kosten. Andererseits birgt dies ein hohes Missbrauchspotenzial: Besonders der Arzneimittelversand übers Internet wird als Vertriebsweg für illegale Arzneimittel genutzt. Nach der WHO - World Health Organization - befinden sich in der Produktpalette jeder zweiten Internetapotheke, die ihren Unternehmenssitz nicht offenlegt, gefälschte Arzneimittel. Dieser ungesetzliche Handel gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung und führt zu hohen Verlusten für die Pharmaindustrie. Die Strafverfolgungsbehörden stehen dabei vor großen Herausforderungen: Die Taten haben grenzüberschreitenden Bezug, sind teilweise der Organisierten Kriminalität zuzurechnen; zudem ist die Rechtslage innerhalb der Europäischen Union unübersichtlich und nicht harmonisiert.

Das Projekt ALPhA – Auswirkungen der Liberalisierung des Internethandels in Europa auf den Phänomenbereich der Arzneimittelkriminalität – befasst sich mit dem illegalen Arzneimittelversand und den daraus resultierenden Problemen für Strafverfolgungsbehörden. Ziel von ALPhA ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für die Verbesserung der Verfolgung dieser Art von Kriminalität zu erarbeiten.

Das ALPhA-Projektteam verfolgt einen interdisziplinären, umfassenden Ansatz und besteht aus Sozialforschern, Rechtswissenschaftlern und IT-Forensik-Experten. Das IT-Forensik-Team des Fraunhofer SIT hat im Rahmen des Projekts  einen sogenannten fokussierten Text-Crawler entwickelt. Er soll dabei helfen, illegale Shops im Netz automatisiert aufzuspüren.

Darüber hinaus sind die Experten des Fraunhofer SIT für den Aufbau einer Datenbank verantwortlich, die als Hilfestellung für Juristen und Ermittler dienen soll. In dieser Datenbank sind Fallbeispiele von illegalen Shop gesammelt; hauptsächlich aber bildet die Datenbank die Rechtslage zum Online-Versand in den 28 unterschiedlichen Ländern der EU ab. Mithilfe der Datenbank können Ermittler zunächst herausfinden, ob ein Shop überhaupt als legal oder illegal einzustufen ist, und wie die Gesetzgebung dazu im jeweiligen EU-Land ist, welches Strafmaß gilt, etc.

Projektpartner

  • Universität Osnabrück (Konsortialführer)
  • Fraunhofer SIT, Darmstadt
  • Hochschule der Sächsischen Polizei, Rothenburg

Assoziierte Partner

  • Bundeskriminalamt (BKA)
  • Bundesvereinigung der Deutschen Apothekerverbände
  • Bundesverband Deutscher Versandapotheken
  • Lilly Deutschland GmbH
  • OpSec Security GmbH

Das Projekt läuft von Mai 2014 bis April 2016 und umfasst ein Volumen von 1,5 Mio. Euro. Das Verbundprojekt ALPhA ist Teil des Forschungsprogramms des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur zivilen Sicherheit und wurde im Rahmen der Bekanntmachung „Zivile Sicherheit – Schutz vor Wirtschaftskriminalität“ bewilligt.

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Martin Steinebach

Telefon+49 6151 869-349
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