Zero-Trust für Kommunen
Handreichung zur Umsetzung von Zero-Trust in Kommunen

Zero-Trust ist ein Sicherheitskonzept, das auch hessische Kommunen widerstandsfähiger gegen Hackerangriffe machen kann. Die Grundidee: Man geht immer davon aus, dass ein Angriff irgendwann erfolgreich sein könnte ("Assume Breach") – und trifft deshalb Vorkehrungen, damit der Schaden dann möglichst klein bleibt.
Die komplette Umstellung auf Zero-Trust dauert oft mehrere Jahre und sollte deshalb Schritt für Schritt erfolgen. Es gibt fünf wichtige Bereiche, in denen man ansetzen kann: Identität, Geräte, Netzwerk, Workload und Apps sowie Daten.
- Identität: Nutzerkonten sollten mit Multi-Faktor-Authentifizierung geschützt werden (also nicht nur Passwort, sondern ein zusätzlicher Sicherheitscheck). Außerdem sollte jedes Konto nur die Rechte bekommen, die es wirklich braucht. Admin-Konten sollten getrennt von normalen Nutzerkonten sein.
- Geräte: Alle Geräte sollten zentral erfasst und einheitlich eingerichtet werden. Spezielle Überwachungsprogramme (EDR) sollten laufend nach Schadsoftware oder verdächtigem Verhalten schauen. Fortgeschrittener wäre "Comply-to-Connect": Ein Gerät bekommt erst Netzwerkzugang, wenn geprüft wurde, dass es alle Sicherheitsregeln einhält.
- Netzwerk: Das Netzwerk sollte in getrennte Bereiche aufgeteilt werden, die nur über bestimmte Übergänge miteinander verbunden sind. Das verhindert, dass sich ein Angreifer frei im ganzen Netz bewegen kann. Zuerst reicht eine grobe Trennung, später kann man das feiner gestalten. Zusätzlich sollte der Netzwerkzugang mit Zertifikaten kontrolliert und das Netzwerk ständig auf Angriffe überwacht werden.
- Workload & Apps: Es sollte eine Liste geben, welche Software überall genutzt wird – mit Versionsnummern, bekannten Schwachstellen und den Geräten, auf denen sie läuft. Server-Programme brauchen Zugriffskontrollen, und ihre Protokolle sollten automatisch überwacht werden.
- Daten: Kommunen sollten wissen, welche Daten sie haben und wie diese fließen. Daraus lässt sich ableiten, wie stark einzelne Daten geschützt werden müssen – zum Beispiel durch Zugriffsrechte, Verschlüsselung oder Backups.
Zero-Trust komplett einzuführen ist ein langer Weg. Aber schon einzelne Maßnahmen daraus können die Sicherheit schnell spürbar verbessern.

