VisPer
Visual Forensic Person Verification
Die Wiedererkennung von Personen wird bereits erfolgreich in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt, etwa bei biometrischen Zugangskontrollen oder der Echtzeitüberwachung öffentlicher Räume. In der forensischen Analyse stellt die Personenwiedererkennung jedoch nach wie vor eine besondere Herausforderung dar. Relevante Merkmale sind häufig nur eingeschränkt sichtbar, etwa durch Verdeckung oder geringe Bildauflösung, und unterliegen zudem zeitlichen Veränderungen, zum Beispiel durch Alterung, Frisur, Körperform oder Kleidungsstil.
Im Projekt VisPer wird untersucht, wie Personen unter diesen und weiteren erschwerten Bedingungen mithilfe moderner Computer-Vision-Methoden wiedererkannt werden können. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte weiche biometrische Merkmale wie Tattoos oder Narben, die über lange Zeiträume hinweg stabil bleiben. Um Forensikerinnen und Forensiker effektiv bei der Fallbearbeitung zu unterstützen, muss die Personenwiedererkennung flexibel an unterschiedliche forensische Fragestellungen anpassbar sein und nachvollziehbare, interpretierbare Entscheidungen liefern.
Aus diesem Grund wird das im Projekt VisPer entwickelte System gezielt für die Zusammenarbeit mit forensischen Expertinnen und Experten konzipiert. Kriterien für den Personenabgleich können fallabhängig angepasst werden, während die getroffenen Entscheidungen transparent begründet und dadurch menschlich überprüfbar bleiben.
In enger Zusammenarbeit mit Strafverfolgungsbehörden entwickelt VisPer neue und effektive Methoden für Personenabgleiche in forensischen Analysen. Mögliche Anwendungsszenarien umfassen unter anderem die Identifikation vermisster Personen sowie die Wiedererkennung von Opfern oder Tatverdächtigen.
