MetaMiner

Datensammler in Apps enttarnen und blockieren

Online-Tracking, also die Verfolgung von Nutzeraktivitäten im Internet, ist seit Langem ein bekanntes Problem: Über Tracking werden Informationen darüber gesammelt, welche Webseiten bzw. Onlinedienste der Nutzer wann und wie oft abruft. Dies stellt häufig einen Einschnitt in das Recht des Einzelnen auf informationelle Selbstbestimmung dar. Hier gibt es bereits zahlreiche Dienste, die Webtracking sichtbar machen und Tracker blockieren.

Tracking in mobilen Apps

Doch nicht nur in Desktop-Browsern gibt es Tracking, sondern auch in mobilen Ökosystemen werden Nutzeraktivitäten erfasst und daraus Vorlieben abgeleitet: Viele mobile Apps spionieren ihre Nutzer aus, sammeln Daten und kommunizieren heimlich mit Drittservern. Für viele App-Funktionen werden Zusatzbibliotheken verwendet, die es ermöglichen, Details über die App-Nutzer zu erfassen. Im besten Fall sind dies Informationen, die die Anbieter zur Verbesserung ihrer Angebote verwenden. Auch Werbetreibende verwenden die Informationen, um Nutzerprofile zu erstellen, das Nutzungsverhalten zu überwachen, und so zum Beispiel auf den Nutzer zugeschnittene Werbung einzublenden. Die Zusatzbibliotheken sind aber Einfallstore für Cyber-Angriffe, da sie häufig Sicherheitslücken aufweisen.

Smartphone-Nutzer, die sich vor mobilem Tracking schützen wollen, haben kaum Möglichkeiten, Datenflüsse zu Tracking-Diensten zu identifizieren. Bestehende Lösungen für PC und Laptop greifen bei mobilem Tracking nur bedingt. Radikalere Lösungen auf Basis des sogenannten Rooten des Smartphones setzen die Gewährleistung der Geräte außer Kraft und schaffen gegebenenfalls neue Sicherheitslücken. Deshalb haben Wissenschaftler des Fraunhofer SIT im Rahmen des Forum Privatheit ein Datenschutz-Tool entwickelt, das mobiles Tracking sichtbar machen und unterbinden soll: MetaMiner.

MetaMiner schützt vor mobilem Tracking und wahrt die Privatsphäre

MetaMiner ist eine mobile App, die auf dem Smartphone unterschiedliche Datenspuren, die sogenannten Metadaten, sammelt und analysiert. So kombiniert die Lösung eine Analyse des App- bzw. System-Netzwerkdatenverkehrs mit Details über Zusatzbibliotheken in Apps. Daraus schließt MetaMiner, ob eine App Tracking nutzt oder mit anderen privatheitsinvasiven Akteuren (z. B. Malware-Domäne) kommuniziert. Vergleichbar ist dies mit einem Briefumschlag, auf den man schaut, ohne sich den Inhalt des Briefes anzusehen. Durch diese Art der Analyse kompromittiert MetaMiner selbst nicht die Privatsphäre des Nutzers – Kommunikationsinhalte werden nicht erfasst und alle Informationen bleiben auf dem mobilen Gerät.

Das kann MetaMiner:

  • Erkennung von Trackern in mobilen Apps
  • Visualisierung der Interaktionen mit Tracker-Diensten
  • Wahrung der Privatsphäre des Nutzers
  • Blockieren von Datenflüssen zu Tracker-Diensten
  • Keine Sicherheitskompromittierung des Smartphones durch Rooten nötig
  • Erfassung und Analyse des Netzwerkdatenverkehrs direkt am Smartphone

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Dr. Michael KreutzerInternationalisierung und strategische Industriebeziehungen

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