Multimedia-Forensik für Ermittlungsverfahren

Spuren in Bildern, Video- und Audiodaten finden und auswerten

Digitale Bilder und Videos liefern in Strafverfahren und bei Rechtsstreits wichtige Beweise -- ein Bild sagt mehr als tausend Worte! Wertvolle Hinweise auf Verdächtige, auf die Datenquelle und auf Fälschungen der Medien stecken als sichtbare und unsichtbare "Spuren" in den Daten. Multimedia-Forensik ist eine effektive Methode, um diese Spuren zu finden und zu analysieren.

In unserem Lernlabor werden Sie zum Spezialisten in Multimedia-Forensik praxisnah fortgebildet. Die Fortbildung besteht aus Seminarvorträgen und praktischen Übungsaufgaben in nachgestellten Kriminalfällen. In der Schulung werden spezielle Methoden der Datenerfassung behandelt, etwa Metadaten-Erfassung oder Filecarving scheinbar gelöschter Mediendaten. Dann werden Methoden behandelt, welche Sie bei der Sichtung großer Bildbestände unterstützen können, um eine mühsame manuelle Spurensuche zu erleichtern. Anschließend werden Ihnen moderne Analyse-Verfahren für unsichtbare Spuren in Mediendaten vermittelt. Hierzu gehören das Identifizieren der Kamera oder das Detektieren steganographischer versteckter Botschaften in scheinbar unverdächtigem Bildmaterial.

Zielgruppe

Diese Schulung richtet sich an IT-Forensiker in Unternehmen und Behörden, die ihre Fach- und Methodenkenntnisse auf den Bereich Multimediadaten ausweiten möchten. Vorausgesetzt werden Kenntnisse der Methoden der forensischen Arbeitsweise (Erfassung, Analyse, Beweissicherung).

Inhalt

Sie werden Ihre bisherigen forensischen Fach- und Methodenkenntnisse auf die Analyse von Multimediadaten ausweiten.

  1. Grundlagen: Motivation - Herausforderungen, Anwendungen; Basiswissen zu digitalen Bilddaten, Video, Audio
  2. Datenerfassung: Auslesen von Speichermedien für Multimedia-Inhalte; Mediensuche im Internet; Datenrekonstruktion per Filecarving
  3. Effiziente Sichtung: Identifizierungsverfahren für Mediendaten per Bildhash, Bildklassifizierung per maschinellem Lernen (Deep Learning)
  4. Analyse: Metadaten-Untersuchung; Erkennen von Datenquellen ("Kameraballistik"); Steganalyse; Anti-Forensik Praktische Übungen: u.a. Bild-Metadaten auf Smartphones; Multimedia-Filecarving, Bilderkennung durch robuste Hash-Methoden; Detektieren von Stegonachrichten

Nach dem Seminar können Sie...

  • die Grundlagen häufig eingesetzter Multimedia-Datenformate verstehen
  • IT-Forensik-Verfahren zum Rekonstruieren von gelöschten, fragmentierten Mediendaten kennenlernen
  • Verfahren zum Sichten sehr großer Bilddatenmengen verstehen und auswählen
  • Metadaten in gängigen Medienformaten erfassen
  • Methoden kennenlernen, mit denen Sie die Datenquelle identifizieren können (z.B. Kamera, Aufnahmegerät)
  • eine verdächtige Bilddatei auf versteckte steganographische Botschaften untersuchen

Dieses Seminar bietet Ihnen...

  • eine verständliche Vermittlung der theoretischen Grundlagen und Besonderheiten der Forensik speziell für Multimedia
  • Anwendung aktueller Methoden aus praxisnahen Problemstellungen
  • Übungen mit spezieller Multimedia-Forensik-Software an nachgestellten Kriminalfällen im Lernlabor
  • fachlichen Austausch und Vernetzung mit Experten und Anwendern der Multimedia-Forensik

Termine

  • 16.01.2019 - 17.01.2019 (Anmeldung bis 01.01.2019)
  • 06.03.2019 - 07.03.2019 (Anmeldung bis 19.02.2019)

 

 

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Martin SteinebachAbteilungsleiter Media Security und IT Forensics

Telefon+49 6151 869-349
E-Mail senden

Ansprechpartner

Sascha Zmudzinskistellvertretender Abteilungsleiter

Telefon+49 6151 869-321
E-Mail senden

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